Nein

Hallo,
ich (19) bin absolut ratlos und weiß nicht mehr weiter. Meine Familie war schon immer sehr gespalten und verstreut über den gesamten Globus, letztlich blieben immer nur ich, mein Bruder und meine Mutter übrig. Mein Bruder ist 4 Jahre älter als ich und mittlerweile ausgezogen, eig. kein Problem sollte man meinen, doch meine Mutter ist seid 2 Jahren schwer krank sie leidet an der Lungenkrankheit COPD. Diese Krankheit hat alles verändert, besonders mein Leben (auch wenn sich das komisch anhört). Meine Mutter ist mittlerweile so krank, dass ihr viele Sachen unglaublich schwer fallen, ich bin unfreiwillig zu einer "Krankenpflegerin" geworden und das wo ich gerade selber viele wichtige Entscheidungen treffen muss so kurz nach dem Abi. Doch an meine Zukunft denke ich im Moment eher weniger, ich habe so Angst das meine Mutter stirbt, sie hatte seid dem sie Kinder bekommen hat kein erfülltes und schönes Leben mehr, Arbeitslosigkeit, kein neuer Partner, schwere Verluste und zwei sich ewig streitende Kinder. Ich mache mir große Vorwürfe und denke immer das ich nicht genug für sie mache, obwohl ich ihr jede Kleinigkeit inzwischen abnehme und immer wieder versuche sie aus dem Haus zu kriegen, ihr wieder ein bischen Lebensfreude zu schenken, doch wie soll man anderen eine freude machen wenn man selbst so unglücklich ist. Die Situation meiner Mutter belastet mich in allen Lebensbereichen ( Ausbildungssuche/ Freunde/ Beziehung). Mein Problem ist einfach, das mir alle Menschen in meiner Umgebung sagen das ich sie einfach in Ruhe lassen soll, das sie erwachsen ist und ich mich um mein eigenes Leben kümmern soll, ja man kann sowas immer leicht sagen wenn es nicht die eigene Mutter ist die immer ihr letztes Hemd für einen gegeben hat. Ich bin unglaublich verwirrt und wütend zu gleich, wütend das mich alle mit meiner Situation alleine lassen, mein Bruder konnte einfach gehen ohne schlechtes Gewissen , er wusste ja das noch jemand bei seiner kranken mutter ist wenn er in Hamburg ein neues Leben beginnt. Meine Mutter tut auch nichts um gesund zu werden sie raucht seid Jahren und hört auch nun nicht auf, sie sitzt nur noch auf der couch vorm fernsehr.
Immer wenn ich versuche davor zu flüchten und mich auf meine Probleme zu konzentrieren passiert irgendetwas das das verhindert. Ich habe eine Weile bei meinem Freund gelebt, was auf die dauer einfach nicht geklappt hat und als ich nun sogar von der bagis die erlaubnis zum Einzug in eine eigene Wohnung bekam , hat sich meine mutter erkältet und durch ihr geschwächtes Immunsystem ist momentan nicht mehr in der Large mehrere schritte ohne sauerstoff gerät zu machen, sie bekommt aus irgendwelche gründen auch keine Unterstützung durch irgendeine art Pflegekraft und unter solchen Umständen kann ich sie nicht alleine lassen. DOch ich sehe wie mein eigenes Leben immer mehr in die Brüche geht. Ich habe Bulemie seid dem ich 15 bin und ich war so stolz das ich es mit anfang 18 auf die Reihe bekommen hatte ( in der Zeit wo ich mehr Abstand zu meiner Mutter hatte) und nun ist es beinahe so wie früher. Meine Beziehung zu meinem Freund wird immer komplizierter, weil ich meinen Frust über meine Mutter an ihm ablasse und ewig schlechte laune habe o. mal wieder am telefon heule. Alles in mir will weglaufen, sich verabschieden und nie wieder zurück kommen, doch dann ist da immer wieder mein schlechtes Gewissen und die Gedanken an meine Kindheit, die meine Mutter ganz allein ohne Hilfe einfach wunderbar gemacht hat. Meine Mutter ist eine gute Mutter , die sich immer für ihre Kinder eingesetzt hat und nun einfach nicht mehr kann.
Und doch denke ich mir oft , das ich mit 19 Jahren einfach zu jung bin um immer traurig und schlecht gelaunt zu sein.